Artikel mit dem Tag "Literatur"



Der Zwerg als Metapher des Kreativen Prinzips
Wo die Figur des Zwerges in den Quellen der nordischen Mythologie auftaucht, wird immer eine Geschichte der Kunst erzählt. Die Zwerge in den isländischen Skalden und in den Liedern der Edda treten vorwiegend als Schmiede auf, als Bildhauer wundersamer aufgeladener Objekte. Einige sind beschrieben, bei dem Hammer Thors, wird auch der Produktionsprozess aufgezeigt. Die reduzierteste Arbeit ist Gimle, ein goldener Keim, der alles enthält, dass daraus eine ganze neue Welt entstehen kann.
Der Zwerg in der Minne des Hochmittelalters
Der höfische Zwerg in der Minne und der Literatur des Hochmittelalters beschreibt die Transformation des Magischen. Obwohl dem Zwerg jetzt höfische Sitten und auch Christlichkeit zugeschrieben wird, erscheinen die Zwerge verbunden mit dem Wunderbaren und treten auf als Verkünder des Wunderbaren. Wobei der Zwerg selbst hier seine magischen Fähigkeiten verloren hat und er nicht mehr selbst Urheber und Hüter magischer Dinge ist. Der Zwerg wird zur Chiffre des literarischen Sprechens.
Der Hofzwerg als Performance Künstler
Hofzwerg war ein hochangesehener, präzise beschriebener und bestens bezahlter Job, der ein extrem hohes Bildungsniveau und eine umfassende Kenntnis der Etikette vorausetzte, ausserdem eine solide Ausbildung in der damaligen Performance-Kunst. Die Abbildung zeigt den berühmten und mächtigen Hofzwerg mit dem Namen Jakob Ries, der Riesenjobs bediente und u.a. auch Hofmarschall in Wien war. Die Medici in Florenz unterhielten einen eignen Zwergenstaat mit eigenem Zwergen-Theater auf höchstem Niveau.